Wo die Lippe strömt . . .

Wo die Lippe strömt zum Rheine ….
                            
Worte und Weise von Wilhelm Gaecks (1876-1910 Lehrer in Krudenburg)

 

Wo die Lippe strömt zum Rheine, weitumkränzt vom Wiesengrün, liegt ein Dorf im Sonnenscheine, wo viel Frühlingsblumen blühn.

Und es singt der Strom und rauschet, eilend schnell zum fernen Meer, und wer dem Lied gelauschet, vergißt es nimmermehr.

Auf der Testerberge Höhen Maien, schmuck wie Ehrenfrau’n zwischen dunklen Föhren stehen, alten Knaben gleich zu schau’n.

Freundlich blicken sie hernieder auf das Dorf im Wiesental, – ‘s ist Frühling, Frühling wieder, grüß Gott viel tausendmal!

Weit im Kreise Föhrenwälder, Gottes großes Immergrün, Wiesen, Dorf und Heid und Felder mit dem dunklen Kranz umzieh’n.

Und es blüht die braune Heide und Wacholder steh’n drauf Wacht, der Heidelerche Freude singt morgens an den Tag.

Kalter Winter schlägt die Wogen unter Eis in Fesseln ein, doch der Tauwind kommt gezogen, polternd strömt das Eis zum Rhein.

Grollend kommen Wassermassen, schnell im Regen schmolz der Schnee: Der Kahn fährt durch die Straßen, das Wiesental ein See.

Freundlich spiegeln stille Hütten ab sich in der klaren Flut, und der Mensch in alten Sitten ist noch hilfreich, fromm und gut.

Endlich mäht der Tod danieder, was sich freut im Dorf am Strand: Dann Fährmann fahr hinüber zu Wasser oder Land.

 

Dieses historische Krudenburger Heimatlied wird auch in der heutigen Zeit noch bei Volksfesten sehr oft und gerne von den Bewohnern dieses kleinen Lippedorfes gesungen.

 

Quellen: Kurt von Mallinckrodt