Niederrhein

Niederrhein                                                                         

Hoch wölbt der Abend sich zu zeitlos dunkler Nacht. Der alte Strom, wenn jung der Tag erwacht, Spielt mit der Wellen Murmeln seiner Märchen Glanz, Indes das Dorf noch träumt im blumigen Ährenkranz.

Wie sich  ein Mensch im Leben recht bewährt,

Wie er im fernen Licht sein Innerstes verklärt,

So wurzelt er in urhaft-erdiger Kraft,

Aus dem im Widerstand der Zeit sein Werk sich schafft.

Du weites Land — geheimnisvoll umrauscht. Wer hätt’ in dir sein Tiefstes nicht erlauscht? Geheiligt sei der Tag: Welt, Liebe, Leid und Not, Tröstlich versöhnt in Traum und Abendrot.

Und dann im Heideland ein unverklungnes Lied, Wenn  lautlos friedesam der Mond vorüberzieht. Erinnerungen . . . gütiges Geleit Aus dieser in die leidlos andre Zeit.

 

 

 

Quellen:  Erich Bockemühl                                                 Heimatkalender 1964