An unserer Lippe . . .

An unserer Lippe

Du lieber Fluß, der du vom Lipperland
fröhlich wandertest zum Vater Rhein,
an mancher alten Sachsenstadt vorbei
du deine Wasser trügest,
blank und rein,
um endlich zu b rhein’sche Au’n.
Du sahst in deiner dunklen Wälder Pracht
der grauen Vorzeit Riesentiere viel,
an deinen Ufern schritt der Römer Wucht.
Du trugst viel hundert Jahr’ der Schiffe Last,
in deinen Wassern lebten Fisch und Aal.
Nun ist vorbei für dich die stolze Zeit,
bist wasserarm und darum krank und schmal.
An deinen Ufern schwand der dichte Wald,
es kam die Industrie in deine Näh,
sie führte Schmutz und böses (ritt dir zu.
Beim Anblick dein ergreift uns tiefes Weh.
Doch wisse, lieber Fluß,
in alter Treu’ steht dir zur Seite
deiner Freunde Schar
bis daß du wieder trägst dein festlich’ Kleid
und deine Schönheit wird, wie einst sie war.

 Autor:      HERMANN FERMUM     aus dem  Heimatkalender von 1965

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